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Vladimir Sorokin
Der Tag des Opritschniks
5 CD
Laufzeit ca. 365 Min.
ISBN: 978-3-7857-3890-0
Sprecher: Stefan Kaminski
Lübbe Audio 2009
Russland, 2027: Das Land hat sich vom Westen abgeschottet, lebt allein vom Gas- und Ölexport, pflegt Handelskontakte nur noch mit China und wird vom » Gossudar«, einem absoluten Alleinherrscher, regiert. Dieser übt seine Macht mit Hilfe der Opritschniki, der »Auserwählten«, aus - einer Leibgarde, die vor keiner Bestialität zurückschreckt. Die Opritschniki sind in roten Limousinen unterwegs, mit Hundeköpfen an den Stoßstangen und Besen am Kofferraum - Symbole dafür, dass jeglicher Widerstand ausgemerzt wird. Zu dieser brutalen und korrupten Elite gehört auch Andrej, dessen Arbeitstag aus Auspeitschung von Intellektuellen und dekadenten Orgien besteht.
kulturnews.de
Wer hätte das vor wenigen Jahren gedacht: Vladimir Sorokin wird politisch! Massiv greift er in seinem neuen Roman "Der Tag des Opritschniks" die politische Entwicklung Russlands unter Vladimir Putin an und prophezeit seinem Heimatland für das Jahr 2027 ein Regime wie unter Iwan dem Schrecklichen im 16. Jahrundert. "Nie habe ich ein Werk so sehr als Poesie erfahren", sagt Vladimir Sorokin in einem Interview und erklärt damit, was der deutschen Übersetzung fehlt: Zwar lässt Sorokin im Auftrag des Geheimdienstes morden, brandschatzen und immer wieder vergewaltigen. Real, im Drogentraum - egal. Das wirklich Anstößige aber kann nur erfahren, wer Sorokin im russischen Original live lesen hört: Im Singsang des Skas', einer Form von russischem Rap des 16. Jahrhunderts, klingt ein durch Drogen hervorgerufener Traum von der Eroberung Amerikas eben nicht nur besonders perfide; sondern Sorokins fundamentale Kritik wird allein durch diese Textform deutlich. Da mag sich Übersetzer Andreas Tretner noch so anstrengen: Diese Fallhöhe zwischen Form und Inhalt kriegt er einfach nicht hin. Dafür gibt's mit schlechtem Gewissen einen Punktabzug. Was bleibt, ist die Hoffnung auf ein Hörbuch in Russisch und Deutsch. (jw)
Vladimir Sorokin, 1955 in Moskau geboren, arbeitete nach einem Ingenieurstudium
als Buchillustrator, bevor er Mitte der siebziger Jahre erste literarische
Anerkennung erfuhr. Bekannt wurde er mit den Romanen "Die Schlange", oder "Der himmelblaue Speck". Sorokin lebt mit seiner Familie in Moskau.
Stefan Kaminski, 1974 in Berlin geboren, absolvierte an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch sein Schauspielstudium. Seit 2001 spielt er am Deutschen Theater Berlin, wo er auch sein Zwei-Mann-Liveprogramm " kaminski on air" präsentiert. Als sogenannter " Stimmenmorpher" schlüpft er mit seiner jugendlich verschmitzten Stimme glaubhaft in jede erdenkliche Rolle - ob jung, ob alt, mit oder ohne Dialekt - Stefan Kaminski kann es!
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